Enterprise Social Computing – Wer nicht zurückfallen will, sollte den nächsten Schritt gehen

Aus den Konferenzen im November 2009 zum Thema Enterprise 2.0 lässt sich eines ablesen: Die Frage ob sich der Einsatz von Social Software auf breiter Front in Unternehmen durchsetzen wird scheint geklärt. Es bleibt aber die Frage wann der richtige Zeitpunkt für den Einstieg ist.

Die Verwendung von Social Software und Web 2.0 Tools für interne Unternehmenszwecke – häufig mit dem Label Enterprise 2.0, Enterprise Social Computing oder Collaboration Software versehen – gewinnt immer mehr an Fahrt. Dies ist die Essenz der Enterprise 2.0 Conference in San Francisco und des europäischen Enterprise 2.0 Summits in Frankfurt.

Erstaunlich ist, dass Deutschland bei der Adaption dieser neuen Technologien eine führende Rolle zu spielen scheint. So präsentierte Dion Hinchcliffe auf der Konferenz in San Francisco eine Statistik bei der Deutschland in Sachen Enterprise 2.0 auf Platz 2 hinter den USA gelistet wurde. In der Fragerunde zu seiner Keynote in Frankfurt erläuterte er diese Zahl näher: Es handelt sich um Download-Statistiken von entsprechender Software, die in Deutschland offensichtlich auf reges Interesse stößt.

Eine Überraschung ist diese große Nachfrage nicht unbedingt. Denn 60–80% der Arbeitszeit wird mit Interaktionen verbracht. Dies ist ein guter Ansatzpunkt für Verbesserungen und damit für Enterprise 2.0 Projekte. Um so relevanter ist die Frage wie lange Unternehmen ohne entsprechende Initiativen mithalten werden. Die gesamte Entwicklung wird sicherlich noch ein paar Jahre dauern, ist jedoch schon deutlich zu spüren.

Welches sind nun die entscheidenden Argumente sich mit dem Einsatz von Social Software zu beschäftigen. Neben den üblichen Begründungen, wie effektivere Kommunikation, Innovationsfähigkeit und optimiertes Wissensmanagement, spielen weitere Aspekte, wie ein moderner Arbeitsplatz eine Rolle. Diese sind zwar weniger direkt mit Geschäftsprozessen verknüpft gerade in Branchen, die hohe Anforderungen an ihre Mitarbeiter stellen, ist eine zeitgemäße Arbeitsumgebung jedoch nicht zu vernachlässigen. Hier übt die Consumerization der Business-IT Druck auf die Unternehmen aus und das nicht zu Unrecht. Es lässt sich nämlich kaum vermitteln warum die „Home-IT“ auf den ersten Blick besser funktioniert als die Infrastruktur am Arbeitsplatz. So lange hier keine Abhilfe geschaffen wird, werden einzelne Mitarbeiter oder ganze Abteilungen eigene Lösungen suchen („Shadow IT“). Durch diese Gemengelage leidet in jedem Fall die Attraktivität des Arbeitgebers. Zeitgemäße Softwarelösungen haben so gesehen also weitere positive Effekte.

Insgesamt sollte das Thema Enterprise 2.0 jedoch nüchtern betrachtet werden. Einfach blind entsprechende Tools zu kaufen wird niemanden voranbringen.

Gerade deshalb sollten Unternehmen prüfen welchen Nutzen Social Computing ihnen bietet und welche Rolle es in Prozessen und für die Mitarbeiter spielt. Es ist also Zeit den nächsten Schritt zu gehen.


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