Collaboration – Konkrete Lösungen für 2010

Bereits im letzten Jahr haben wir bei Taktsoft durch unsere Aktivitäten zum Thema Collaboration-Software auf Messen und Konferenzen immer wieder feststellen können, wie groß das Interesse der IT-Verantwortlichen an Lösungen zur Verbesserung von Zusammenarbeit ist. Genau so groß wie das Interesse ist jedoch die Vielzahl verschiedener Lösungsansätze. Diese unterscheiden sich zudem nicht nur in Merkmalen wie Funktionsumfang oder Lizenz. Da Collaboration ein Querschnittsthema ist, gibt es Lösungen aus so unterschiedlichen Feldern wie Telefonie, Mail-Server, Portale, Fileserver und Endanwendersoftware. Dazu kommen alle neu entwickelten Produkte, die sich mehr oder weniger auf das Thema Social Software und Enterprise 2.0 spezialisiert haben.

Wie lässt sich in diesem dynamischen Umfeld eine gute Strategie finden und eine Entscheidung für eine Lösung treffen?

Dazu sollen im folgenden 3 Aspekte betrachtet werden:

  1. Wie entwickelt sich das Feld der Collaboration-Lösungen im allgemeinen?
  2. Welche Art von Anbieter hat welche Art von Lösung im Angebot?
  3. Welche Rolle spielt das Umfeld und der konkrete Einsatz im Business?

Zunächst also zur allgemeinen Entwicklung und ihren Implikationen. Als wesentlicher Aspekt sollte das Ende 2009 von Gartner prognostizierte zusammenwachsen von Collaboration- und Communication-Lösungen beachtet werden. Man spricht daher inzwischen auch gerne von UCC = Unified Communications und Collaboration. Für den weiteren Überblick möchte ich auf die gute Analyse "UCC im Jahr 2010: Zeit, konkret zu werden!" von Berlecon Research verweisen.

 

Wenn es nun um konkrete Lösungen gehen soll, ist das verfügbare Angebot natürlich entscheidend. In Sachen UCC haben inzwischen fast alle großen Softwarehersteller eine Strategie erarbeitet. Dazu nun einige Beispiele. Microsoft bietet die Kombination seiner Produkte Office Communications Server, Exchange und SharePoint und setzt damit Maßstäbe in Sachen Integrationsmöglichkeiten. Allerdings sollten alle an der Kommunikation Beteiligten (ob intern oder extern) möglichst nur mit Microsoft Technologien arbeiten. Wer mit einem in sich geschlossenen Microsoft System arbeiten kann und will und wer z.B. schon Exchange als E-Mail Lösung einsetzt, sollte sich mit dem Angebot auseinander setzen. Für heterogenere Umgebungen empfehlen sich jedoch andere Wege. Seit Jahren spielt IBM im Bereich Collaboration eine große Rolle und kann mit ausgereiften Workplace-Produkten aus der Lotus-Familie punkten. Auch die IBM Lösungen sind in erster Linie für Unternehmen interessant, die schon Produkte des Branchenriesen im Einsatz haben. Als weiterer Anbieter mit Enterprise Messaging Tradition hat Novell gute und flexible Lösungen zu bieten. Der Novell Teaming Server kann eigenständig oder in die Kommunikationsinfrastruktur integriert betrieben werden.

Neben den genannten Anbietern, die ihre Kommunikationslösungen um Collaboration und Social-Software Aspekte erweitert haben gibt es die Newcomer der letzten Jahre. Ihre Lösungen sind häufig aus Web 2.0 Tools erwachsen und daher Social Networking und Community zentriert. Trotz ihrer Neuheit gibt es schon ausgereifte Produkte wie Jive SBS. Daneben existiert eine Vielzahl verschiedenster Enterprise 2.0 Lösungen (z.B. blueKiwi aus Frankreich oder Enterprise Know How aus der Schweiz) und viele eher technische Lösungen wie das um Wiki-Technologien zentrierte Atlassian Confluence oder die Open Source Content-Management-Plattform Drupal.

Zu diesen Web 2.0 Abkömmlingen kommt die Gattung der komplett neu gedachten Plattformen. In erster Linie ist hier GoogleWave zu nennen, das mit seinem ganzheitlichen Konzept, nicht nur eine Software, sondern mit API und Protokoll direkt eine Klasse von Anwendungen definiert. Wie mächtig dieser Ansatz ist zeigt auch die Reaktion von Novell das dem Prinzip von GoogleWave sehr ähnliche Produkt Novell Pulse als Wave-Implementation umzusetzen. Allerdings fehlen GoogleWave zum jetzigen Zeitpunkt noch konkrete Anwendungen, da es noch nicht vollständig veröffentlicht worden ist.

 

Bei all diesen Möglichkeiten sollte natürlich nicht außer acht gelassen werden, wie die eigenen, ganz konkreten Anforderungen für eine Collaboration-Lösung aussehen. Wie eben aufgezeigt, haben die potentiellen Anbieter recht unterschiedliche Schwerpunkte. Ob in Zukunft alle Hersteller den sehr umfangreichen UCC-Anforderungen gerecht werden können bleibt dabei noch dahingestellt. Von den Details einer Prozess- und Anforderungsanalyse abgesehen lässt sich jedoch entscheiden, wie umfassend und für welche Aufgaben eine Collaboration-Lösung zum Einsatz kommen soll. Geht es um Kunden-Kommunikation oder Wissens-Management, um die Unterstützung von Teams oder um die Erstellung von Dokumenten? Anhand dieser Ausrichtung lässt sich eine passende Software auswählen und so das Thema Collaboration konkret im operativen Geschäft umsetzen. Falls eine langfristige, ganzheitliche Konvergenz der eigenen IT-Landschaft in Richtung UCC forciert werden soll, ist eine Lösung mit guter Integration von Messaging- und Kommunikationsinfrastruktur auf jeden Fall von Vorteil.

Von Einsatzgebiet und Funktionsumfang abgesehen bleiben noch verschiedene Möglichkeiten der Bereitstellung (SaaS, Cloud, Managed Service, eigenes Rechenzentrum) und die damit zusammenhängenden Aspekte (Sicherheit, Investitionsvolumen) zu entscheiden. Auch wenn manche Angebot den Anschein erwecken: Es gibt es keine kostenlose Lösung für Enterprise-Ansprüche.


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