Kommt die zweite REST-Welle

Nachdem ich mich bereits einige Jahre mit der Representational State Transfer (REST) -Architektur beschäftige, meine ich zur Zeit (im Frühjahr 2010) wieder mehr zu dem Thema zu hören und zu lesen. Nach Roy Fieldings's Dissertation im Jahr 2000 hatte es zunächst einige Jahre gedauert, bis sich REST als Begriff zum Thema HTTP-Remote-Zugriff (Webservices) durchsetzte. Um 2007 herum kam es zur ersten größeren "REST-Welle", mit der direkten Unterstützung in Ruby on Rails 1.2, vielen Artikeln in Fachzeitschriften und Restful Web Services, dem ersten umfassenden Buch zum Thema.

Ebenso wurde in 2007 der JSR 311 begonnen, der inzwischen zur JAX-RS API geführt hat. Diese Grundlagen wurden in der Zwischenzeit weiter ausgebaut, immer begleitet von der notorischen REST vs. WS-* Debatte. Egal ob man nun alles nur noch mit REST und nichts mehr mit dem „WS-Todesstern“ machen wollte oder ob man sich eher darauf konzentrierte herauszustellen, wofür REST nicht geeignet ist: RESTful Webservices sind normal geworden. Doch zur Zeit gärt es irgendwie wieder im REST-Topf: Das RESTful Web Services Cookbok ist im Februar bei O'Reilly erschienen, das lang angekündigte REST in Practice scheint bald zu kommen und mit WS-REST 2010 fand der erste internationale REST-Workshop vor kurzem im Rahmen der World Wide Web Conference 2010 statt. Kommt also gerade die nächste REST-Welle und was könnte dies bedeuten? Wird eine REST-API zur Pflicht für alle großen Webprojekte? Werden die Schnittstellen, die RESTful sein wollen, es aber nicht konsequent (oder konsequent nicht) sind, nun besser machen? Welche Rolle spielt dabei die wachsende Zahl mobiler Clients, die durch Backend-Anwendungen möglichst einfach und in immer kürzeren Versions-Zyklen bedient werden müssen?

Wahrscheinlich wird all das eine Rolle spielen. Wenn man dies nun als Welle bezeichnen will, wird diese wohl nicht so ruckartig zu spüren sein wie die in 2007. Wenn, dann wird diese Welle eher großflächig über uns hinweg rollen.


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