Scrum – Wir sind mehr als auf dem Weg

Vor Jahren haben wir uns auf den Weg gemacht, agile Methoden anzuwenden und zu adaptieren. Im Sommer 2014 haben wir uns nun dazu entschieden, voll und ganz auf Scrum zu setzen, also alle unsere Softwareprojekte nach den Scrum Regeln umzusetzen. Dieser Entscheidung sind Jahre vorausgegangen in denen wir uns dieser Haltung Schritt für Schritt genähert haben. Dennoch sehen wir unsere ADAPTion von Scrum nicht als abgeschlossen an. Im Grunde haben wir den Anspruch mit dieser Adaption nie ganz fertig zu werden, uns auch innerhalb der Scrum Regeln immer weiter zu verbessern und die Entwicklung von Scrum mitzugehen.

Hier soll es nun darum gehen, wie wir an diesen Punkt gelangt sind. Und warum.

Die Maxime, Software mit agilen Methoden zu entwicklen, war immer von der Intuition und Erfahrung geleitet, dass in Softwareprojekten die beteiligten Menschen der wichtigste Erfolgsfaktor sind. Sie wollten wir in den Mittelpunkt stellen, vom Benutzer über den Entscheider bis zum Entwickler. Doch welche der vielen Methoden und Techniken sind die richtigen, welche sind wichtig, welche machen erfolgreiche Projekte aus? In Iterationen entwickeln? Pair Programming? User Stories? Test Driven Development? Build-Prozesse? Jede Methode hat ihre Berechtigung, jede hat Vor-und Nachteile. Jede muss erlernt, trainiert und perfektioniert werden. Jede hat Auswirkungen auf Anforderungserhebung, Entwicklung, Test und Betrieb von Software.

Wir sind die Frage praktisch und pragmatisch angegangen. Je nach Anforderung und Projekt haben wir auf eine Mischung verschiedener Techniken gesetzt und waren stets auf der Suche nach dem Optimum. Zu diesen Methoden gehörte auch Scrum. Die Herausforderung Scrum anzuwenden liegt an den beiden wesentlichen Eigenschaften, die es mitbringt. 1. Es gibt wenige Regeln. Man kann Scrum also unterschiedlich ausgestalten. 2. Die wenigen Regeln müssen konsequent eingehalten werden, da die Rollen, Events und Artefakte die Scrum definiert und die Scrum definieren ineinander greifen und alleine nicht wirken. Sich ein Bild von Scrum zu machen und es zu bewerten, ist daher nicht einfach. Wir stellten jedoch fest, dass Scrum um so besser funktionierte, je genauer wir uns daran hielten. Gleichzeitig lernten wir immer besser, wie wir es ausgestalten können, welche Techniken innerhalb von Scrum funktionieren, wie wir es es ergänzen und für uns komplettieren können. Auch Trainings, Literatur und Zertifizierungen haben uns dabei geholfen. Wichtiger ist jedoch die praktische Anwendung. Ein Team muss Scrum erfahren, damit es die Scrum Regeln nicht nur anwendet, sondern auch versteht und sich innerhalb der Regeln zu bewegen lernt. Dabei benötigt es beständig Feedback und Führung in der Anwendung von Scrum.

Ein beliebtes Hilfsmittel bei der Anwendung eines Prozesses ist eine Visualisierung des Prozessablaufs. Schaut man sich entsprechende Diagramme an (https://www.google.de/search?q=scrum&tbm=isch), so gibt es eine große Vielfalt in der Qualität der Bilder, die Scrum auf einen Blick erklären wollen. Unseren Erkenntnissen wurde keines davon wirklich gerecht. Bei nahezu allen fehlt beispielsweise der wichtige Schritt des Backlog-Refinement. Außerdem gibt es viele subtile, wenn man Scrum jedoch genau nimmt, wichtige Details, die in den meisten Abbildungen nicht berücksichtigt werden. Diese Erkenntnisse haben wir nun in unserer eigenen Darstellung, in unserem eigenen Scrum-Diagramm verarbeitet. In diesem Diagramm haben wir nicht unsere Ausgestaltung von Scrum integriert, sondern vielmehr versucht Scrum als Framework möglichst genau und auf das (aus unserer Sicht) Wesentliche zu reduzieren. Das Ergebnis ist eine Abbildung, die eines sehr schnell klar werden lässt: Austausch und Dialog sind die wesentlichen Element von Scrum. Damit schließt sich auch der Kreis zum Agilen Manifest, wo "Individuen und Interaktionen mehr als Prozesse und Werkzeuge" als erster Wert festgehalten wurde. Es steckt jedoch viel mehr in unserer Scrum-Grafik. Wir haben sehr auf die Details geachtet und viele Interationen lang an der Darstellung gearbeitet. Um so mehr würde uns natürlich auch Feedback von anderern interessieren. Wir freuen uns also auf Rückmeldungen. Denn der aktuellen Version 1.0 sollen weitere, bessere folgen.

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