Unser Besuch der EuRuKo 2016 in Sofia

Am 23. und 24. September wurde die zum 13ten Mal stattfindende EuRuKo in Sofia ausgetragen. Die Abkürzung EuRuKo steht für „Europäische Ruby Konferenz“ und ist ein beliebter Versammlungsort der Ruby-Community in Europa. Auf der Konferenz werden Vorträge von bekannten Persönlichkeiten der Ruby-Community gehalten.

Auch dieses Jahr waren einige schillernde Persönlichkeiten als Speaker anwesend, allen voran Matz (Yukihiro Matsumoto), dem Erfinder und Chefentwickler von Ruby an sich, der erste Einblicke in die gerade stattfindende Entwicklung seines „Project Ruby3“ vorgestellt hat. Unter anderem können wir uns wohl auf ein MRI freuen, das den GIL (Global Interpreter Lock) durch einen sog. Guild Interpreter Lock ersetzt. Bisher war der GIL dafür zuständig, die parallele Ausführung von potentiell nicht thread-safen Ruby-Code in nur einem Interpreter-Prozess zu verhindern. Guilds (also das neue „G“ in GIL) sind ein neues Konzept in Ruby3 – Guilds können parallel ausgeführt werden und umfassen einen kleineren Objekt-Scope als „global“. Guilds können über Channels miteinander kommunizieren. Ein weiteres ambitioniertes Ziel von Ruby3 soll ein Geschwindigkeitsgewinn von 300% gegenüber Ruby 2.0 sein, der unabhängig von Parallelisierung der Ausführung durch Guilds stattfinden soll.
Matz hat noch mal betont, wieso er Ruby erfunden hat. Er möchte, dass Entwickler Spaß beim coden von Ruby haben.
Matz propagiert Programmer-Happiness
Nach wie vor eins der Leitmotive von Ruby: Programmer Happiness.


Die Varianz an Vorträgen auf der EuRuKo zeigte ein weiterer, sehr spannender Vortrag von Carina C. Zona, die darlegte, welche Macht und Schmerzen von Algorithmen ausgehen können. Beispiele hierzu konnte sie einige nennen – sie reichten von Drogerieläden die dank Data-Mining vor der Familie wissen, wann jemand schwanger ist, bis hin zu Bild-Erkennungsalgorithmen, die Menschen mit schwarzer Hautfarbe als Affen klassifizieren.
Ihr Appell an die anwesenden Entwickler: Denkt daran, ob der Algorithmus, obwohl er der großen Mehrheit an Nutzern zu Gute kommt, auch Schaden bei kleinen Teilen der Nutzer anrichten kann sowie welche Auswirkungen dieser Schaden haben kann.

Andere bemerkenswerte Vorträge umfassten den Talk von André Arko, der sich mit der Plattform Ruby Together befasste. Ruby Together ist eine NPO, die sich derzeit um die Aufrechterhaltung der Community-Ressourcen rubygems.org und bundler kümmert, aber auch andere Projekte wie Rails-Girls und Summer of Codes unterstützt. André machte am Beispiel des Hacks von rubygems.org im Jahre 2013darauf aufmerksam, dass Ruby erwachsen geworden sei und es nicht mehr reiche, wenn wenige Entwickler diese Ressourcen als Pet-Project betreuen. Auch große Sponsoren wie Engine Yard oder Basecamp seien nicht ausreichend, denn diese können ihre finanzielle oder personelle Unterstützung jederzeit beenden. So war sein Plädoyer, dass Firmen, die die Community-Ressourcen nutzen, auch an die Community zurückgeben sollen was z.B. durch Spenden an Ruby Together einfach möglich sei.

Videos dieser Vorträge und des restlichen Vortragsprogramms wird es in den nächsten Tagen geben.

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